Häufige Fragen
Antworten auf häufige Fragen zu Herzversagen, Kunstherzen und unserer Forschung bei Kanzler Biologicals.
Herzversagen
Wie viele Menschen weltweit leiden an Herzversagen?
Weltweit leben rund 64 Millionen Menschen mit Herzversagen. Es ist eine der häufigsten Ursachen für Krankenhausaufenthalte in Industrieländern. Trotz Fortschritten in der Behandlung liegt die Fünfjahresüberlebensrate nach Diagnose niedriger als bei vielen Krebserkrankungen.
Wie viele Menschen warten auf ein Spenderherz?
Allein in Deutschland stehen zu jedem Zeitpunkt rund 700 bis 800 Menschen auf der Warteliste für ein Spenderherz. Weltweit ist die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage bei Spenderorganen riesig – weshalb mechanische und regenerative Alternativen dringend gebraucht werden.
Warum kann das Herz sich nicht selbst reparieren?
Anders als Leber oder Haut hat das Herz fast keine Fähigkeit zur Selbsterneuerung. Nach einem Herzinfarkt werden abgestorbene Muskelzellen durch Narbengewebe ersetzt – das sich nicht zusammenzieht und nicht pumpt. Der Herzmuskel erneuert sich unter normalen Bedingungen zu weniger als 1 % pro Jahr. Eine unserer zentralen Forschungsfragen ist, ob sich diese Rate gezielt steigern lässt.
Kunstherzen
Was ist der Unterschied zwischen einem VAD und einem Totalersatz des Herzens?
Ein ventrikuläres Unterstützungssystem (VAD) unterstützt ein noch funktionierendes Herz – es pumpt parallel zum natürlichen Herzen. Ein totales Kunstherz (TAH) ersetzt beide Herzkammern vollständig und übernimmt die gesamte Pumpfunktion. Beide Ansätze haben unterschiedliche Indikationen, unterschiedliche technische Anforderungen und unterschiedliche Herausforderungen bei der biologischen Integration.
Was sind die größten Herausforderungen bei Kunstherzen heute?
Die Hauptprobleme sind Langzeithaltbarkeit, Blutverträglichkeit und biologische Integration. Blut kann auf fremde Oberflächen reagieren – durch Gerinnselbildung, Aktivierung des Immunsystems oder Proteinablagerungen. Pumpen müssen über Jahre unter Dauerlast zuverlässig arbeiten. Und das umliegende Gewebe muss das Implantat dauerhaft tolerieren. Genau diese Probleme sind unser Forschungsgegenstand.
Wie weit ist die Kunstherzforschung weltweit?
Mehrere VAD-Systeme sind bereits klinisch im Einsatz und retten täglich Leben. Totale Kunstherzsysteme existieren, aber die Langzeitergebnisse sind noch begrenzt. Die biologische Integration von Implantaten – wie der Körper über Jahre reagiert – ist noch einer der am wenigsten verstandenen Aspekte und ein zentraler Schwerpunkt unserer Arbeit.
Kanzler Biologicals
Was unterscheidet Ihren Ansatz?
Die meisten Forschungsgruppen konzentrieren sich entweder auf mechanische Systeme oder auf biologische Regeneration. Wir arbeiten an beidem parallel – und konkret daran, wie beides kombiniert werden kann. Die Idee: ein mechanisches Herz, das den Patienten am Leben erhält, während das biologische Herz lernt, sich selbst zu reparieren.
Arbeiten Sie mit Patienten?
Wir sind ein Forschungsunternehmen, keine Klinik. Unsere Arbeit befindet sich in der präklinischen Phase – Labor- und simulationsbasiert. Klinische Anwendung ist das langfristige Ziel, nicht die aktuelle Stufe.
Wie kann ich mit Kanzler Biologicals zusammenarbeiten?
Wir sind offen für Kooperationen mit Forschungseinrichtungen, Universitäten und klinischen Partnern. Nutzen Sie unsere Kontaktseite mit einer kurzen Beschreibung Ihres Hintergrunds und Interesses.