Lehrstühle
Medizintechnik, Strömungsmechanik, Werkstofftechnik, Kardiotechnik — mit vorhandenem Kreislauf- oder Dauerlaufprüfstand.
Über mehrere Jahre sind Konstruktion, gefertigte Module und ein Kreislaufprüfstand entstanden. Der nächste Schritt braucht eine Umgebung, die privat nicht herstellbar ist — und Partner, die mit Blut, Kreislauf und Messtechnik umgehen können.
Projektstand
Drei Module existieren als gefertigte Hardware der früheren Architekturstufe: die pulsatile Membrankammer für den Körperkreislauf, die Mikroaxialpumpe für den Lungenkreislauf und die Pulskammer. Gefertigt wurde additiv, aus Normteilen und in Handarbeit.
Ein Kreislaufprüfstand ist aufgebaut und in Betrieb. Er hat Fluid bei blutähnlicher Viskosität gefördert. Die Sensorik — Volumenstrom, Druck und Oxygenierung, beidseitig und jeweils vor und nach dem Eingang, zusätzlich Vor- und Nachlast — ist verbaut.
Die aktuelle Architektur liegt als Konstruktion und Konzeptrechnung vor; Energiespeicher, Batteriemanagement und induktive Ladung als Konzept, nicht als Hardware.
Begründung
Heutige Unterstützungssysteme arbeiten überwiegend mit Rotationspumpen mit mehreren tausend Umdrehungen pro Minute. Verminderte Pulsatilität ist dort verknüpft mit erworbenem von-Willebrand-Syndrom, Blutungen aus arteriovenösen Malformationen und Aorteninsuffizienz; Ursache ist die Zerstörung hochmolekularer von-Willebrand-Multimere durch Scherbelastung.
Eine Verdrängerpumpe arbeitet dagegen mit etwa ein bis zwei Hüben pro Sekunde — um Größenordnungen weniger Zyklen und entsprechend geringerer Scherbelastung. Das ist eine konstruktive Begründung, keine Wirksamkeitsbehauptung.
Für den Lungenkreislauf ist Pulsatilität ebenfalls relevant: In der Fontan- und Glenn-Zirkulation, in der die Lunge ohne Pulsation durchströmt wird, sind gestörte Endothelfunktion, verminderte Stickstoffmonoxid-Verfügbarkeit und steigender pulmonaler Gefäßwiderstand beschrieben.
Bedarf
Der nächste Entwicklungsschritt ist eine Messreihe mit Tierblut: Verhalten unter realer Viskosität und Zellbelastung statt unter Modellfluid. Dafür fehlen Laborzugang und Messumgebung.
Bei vorhandenem Zugang ist ein Zeithorizont von sechs bis achtzehn Monaten bis zu belastbaren Daten realistisch.
Forschungsfragen
Alle drei sind abgegrenzt und in der Literatur nicht abschließend beantwortet.
Der Lungenkreislauf lässt nur wenige mmHg Spielraum, bevor aus Nutzen Schaden wird.
Ein Schwellenwert ist in der Literatur nicht definiert. Als Vergleichsgröße dient die pulsatile Herz-Lungen-Maschine mit rund 5.000 ergs/cm³ beim Patienten.
Pumpe und Körper sind zwei Regler an derselben Strecke; überlappende Zeitkonstanten führen zum Aufschaukeln.
Für Klinikerinnen und Kliniker
Diese Fragen kann nur die klinische Erfahrung beantworten. Eine kurze fachliche Einschätzung würde die Entwicklung deutlich voranbringen.
Zum Beispiel im Schlaf, bei Fieber oder bei erhöhtem Lungengefäßwiderstand.
Passform ist ein Ziel des Projekts, aber noch nicht an Bilddaten belegt.
Blutung, Thrombose, Infektion, Geräteausfälle: Wie wären sie zu gewichten?
Und wer sollte ihn zuerst erhalten: der Patient, die Klinik oder eine Leitstelle?
Zielgruppen
Medizintechnik, Strömungsmechanik, Werkstofftechnik, Kardiotechnik — mit vorhandenem Kreislauf- oder Dauerlaufprüfstand.
Wer eine abgegrenzte, praktisch bearbeitbare Fragestellung für die eigene Arbeit sucht.
Praktiker mit täglicher Erfahrung in extrakorporalem Kreislauf, Pumpen und Blut.
Medizintechnik- und Antriebsunternehmen mit eigener Entwicklungs- und Prüfinfrastruktur.
Beitrag
Konstruktion, Auslegung, gefertigte Module, verbaute Sensorik und ein Kreislaufprüfstand. Ein Partner steigt nicht bei null ein.
Ergebnisse aus gemeinsamer Arbeit werden gemeinsam veröffentlicht.
Nutzung und Veröffentlichung gemeinsamer Ergebnisse werden vorab vereinbart.
Offene Punkte
Für fachliche Anfragen genügt eine direkte Nachricht an info@kanzlerbiologicals.com. Willkommen sind auch Rückmeldungen, die dem Projekt widersprechen — ein begründeter Einwand ist wertvoller als Zustimmung.