Membranforschung: das Bauteil, das jeden Herzschlag trägt

Untersucht werden Mehrlagenmembranen aus elastomeren und polymeren Werkstoffen, darunter PU/PCU- und Silikon-basierte Systeme. Im Mittelpunkt stehen Ermüdung, Faltenbildung, Randspannungen und reproduzierbare Bewegung über sehr hohe Zyklenzahlen.

Trennwand und Verschleißteil zugleich

Die Membran trennt den Blutraum vom Mechanikraum. Sie wird bei jedem Hub von der Druckplatte verformt — bei einem mittleren Fluss von 7,5 l/min und 120 ml Hubvolumen rund 62,5-mal pro Minute, über zehn Jahre gerechnet etwa 328,5 Millionen Mal.

Ermüdung beginnt typischerweise nicht in der Fläche, sondern an geklemmten Rändern, in Bereichen hoher Krümmung und in wiederholten Kontaktzonen. Deshalb wird die Membran nicht als Einzelwerkstoff, sondern zusammen mit Einspannung, Druckplattengeometrie und Bewegungsprofil untersucht.

Die systematische Material- und Membranentwicklung begann im März 2024.

Schnittprinzip: Blutraum oben, Membran, Druckplatte darunter, Mechanikraum getrennt. Nicht maßstäblich.

Untersuchte Membran- und Elastomerwerkstoffe

WerkstoffEinordnungStatus
PU / PCUPolyurethan / Polycarbonat-UrethanIn Untersuchung
BPUPolyurethan-VarianteIn Untersuchung
SilikonElastomer; frühere Arbeitsannahme: Silikonmembran ca. 2 mmIn Untersuchung
EPDMElastomerIn Untersuchung
Mehrlagenaufbau / Rolling DiaphragmForschungsschwerpunktIn Untersuchung

Die 2-mm-Silikonmembran ist eine frühere Arbeitsannahme, keine finale Spezifikation. Ein Werkstoff ist erst dann ausgewählt, wenn Dauerlaufdaten vorliegen.

Was an der Membran geprüft werden muss

  • Ermüdung über sehr hohe Zyklenzahlen

    Zykluslebensdauer unter realistischen Drucklasten — kurze Demonstrationen sind kein Haltbarkeitsnachweis.

  • Faltenbildung und reproduzierbare Bewegung

    Die Membran soll bei jedem Hub gleich abrollen und keine wandernden Falten bilden.

  • Randspannungen und Einspannung

    Geklemmte Ränder und Übergänge zur Druckplatte sind die wahrscheinlichsten Startpunkte für Risse.

  • Dichtheit und Leckage

    Leckagekontrolle und Membraninspektion gehören zu jedem Dauerlaufintervall.

  • BlutkontaktOffen

    Die Membranoberfläche ist blutberührt — Hämokompatibilität ist ein eigener, noch offener Nachweis. Siehe Validierung.

Vom Probekörper zum Dauerlauf

  1. Anforderungen und MembranauslegungLaufend

    03/2024 – 12/2026

  2. Werkstoffauswahl, Guss und ProbekörperLaufend

    03/2024 – 12/2027

  3. Ölbad- und VorspannungsversucheGeplant

    Benchtop-Prüfansätze für zyklische Belastung.

  4. DauerlaufprüfstandLaufend

    06/2025 – 12/2026: zyklische Belastung und Membranuntersuchungen.

  5. Dauerlauf, Versagensanalyse, IterationLaufend

    01/2026 – 12/2028